Frohes neues JA!

Wie halte ich meine Vorsätze ein?

„Kein Junk Food mehr. Von nun an jeden Tag Sport und mehr bewegen – und vor allem werde ich weniger trinken! So, kommst du, Schatz? Wir kommen zu spät zum Restesaufen und wollen nachher doch noch mit den Jungs zu Burger King! Lass‘ mal das Auto nehmen, ist kalt draußen.“

Herr Steinwede wünscht frohes neues JA!

Jepp. Dialoge aus dieser Ecke dürften in diesen Tagen und besonders heute ein paar Millionen mal fallen. (Bisher ist es ja nicht mal ein Dialog.) Wir schreiben seit ein paar Stunden 2020. Nicht wenige haben wahrscheinlich noch den Eisbeutel auf dem Kopf oder sind mehr oder weniger laut fluchend mit dem Instandsetzen ihrer zerstörten Bude beschäftigt. Bei den meisten wurde das neue Jahr mit einer anständigen Party begrüßt. Und natürlich darf in all den Ritualen von Miss Sophie über das Fondue oder Raquelette bis zur völligen Völlerei und Böllerei mit anschließendem oder vorangehendem Bleigießen, aber auf jeden Fall durchgehend begleitendem Genuss spiritueller Getränke, mache leicht, manche hart, aber alle in rauhen Mengen, keinesfalls der Gedankenaustausch fehlen, dem das schöne Thema zugrunde liegt:

„Und? Was sind deine guten Vorsätze für’s neue Jahr?“

Ich hab manchmal das Gefühl, die Nummer mit den Vorsätzen ist einem ähnlichen Druck ausgesetzt wie der Geschenkewahn eine Woche vorher. Längst geht es nicht mehr um den Inhalt, sondern nur noch um die Form und ich fühle mich seit Jahren schon nicht mehr wohl damit. Dabei ist ein gutes passendes Geschenk genau so wertvoll wie ein guter Vorsatz bzw. ein hehres Ziel. Und für beides braucht man keinen von außen festgelegten Termin.

Ich habe daher beschlossen, meine Vorsätze mit soviel Gewicht zu belegen, wie es braucht, um sie einzuhalten.

Warum habe ich die meisten Vorsätze nicht eingehalten?

Auf diese Frage habe ich eine Gegenfrage: wie wichtig ist mir der Vorsatz? Wenn es darum geht, am Silvesterabend einige leutselige Floskeln auszutauschen, ist es kein Wunder, dass der Vorsatz eine Halbwertszeit von max. einer halben Woche hat. Er ist schlicht und ergreifend nichts wert. Dein Vorsatz hat einfach keine Kraft, wenn er nicht gestützt wird, oder besser gesagt, erwachsen ist aus den Antworten auf zwei ganz wesentliche Fragen:

  1. Was ist mein Ziel?
  2. Welche Gründe habe ich?

Gelingt es dir, diese beiden Fragen schlagartig in einem klaren knackigen Statemant zu beantworten? Wenn dem so ist: Herzlichen Glückwunsch! Wenn nicht: Willkommen im Club!

Es hat lange gedauert, bis ich bin endlich in der Lage war, mein Ziel klar zu formulieren und ich kann die nötigen – und damit wichtigen – Vorsätze daraus ableiten. Ich musste viel lernen, habe oft auf die Fresse gekriegt und war lange im Hamsterrad gefangen. Vor ein paar Monaten hat sich die Lage dermaßen zugespitzt, dass ich die Notbremse ziehen musste. Das war der Moment, an dem ich mir diese beiden Fragen gestellt und nicht locker gelassen habe, bis ich die Antwort hatte.

Wie lauten meine Ziele?

Ich habe heute, am 1. Januar 2020, drei große Ziele:

  1. Ich veröffentliche im November 2020 mein erstes Album.
  2. Ich bringe meine Unternehmen nach vorn.
  3. Ich treffe mich regelmäßig mit einem Braintrust, um Ideen auszuspinnen und finde Wege, diese Ideen in die reale Welt zu holen.

Ich dachte bisher, um diese Ziele umzusetzen, brauche ich Geld – das ich nicht habe. Und sicherlich hilft es sehr, über das nötige Kapital zu verfügen. Inzwischen bin ich aber absolut davon überzeugt, dass ich ein viel wichtigeres und größeres Thema bisher erfolgreich umschifft habe:

Ich hatte ein viel zu geringes Selbstbewusstsein.

Unbewusst war ich immer der Überzeugung, mir stünde nicht zu, mit dem, was ich über alles liebe, was ich wirklich verstehe und was mich glücklich macht, erfolgreich zu sein. Mit so einer Prägung ist es sehr schwierig, ein annähernd anständig großes Ziel auch nur zu formulieren, geschweige denn, anzugehen. Denn selbst das steht mir nicht zu – dachte ich lange Zeit. Es war ein langer Prozess, der mir endlich ermöglichte, umzudenken. Dieser Prozess ist mit Sicherheit noch lange nicht zu ende, er hört wahrscheinlich niemals auf. In meinem Fall gehörte zu dem Prozess, einfach das Alter zu erreichen, das ich jetzt habe, in dieser Zeit zu lernen, hinzufallen, wieder aufzustehen und weiter zu machen. Der Haken daran war das Hamsterrad, das verhinderte, dass ich die Dinge mal mit Abstand betrachte.

Und dann blicke ich zurück und bin baff, wie viele Kerben ich schon ins Holz geschlagen habe! Was ich alles geschafft habe. Wie viele Narben auf meinem Körper und meiner Seele beweisen, dass ich so leicht nicht zu besiegen bin. COOL! Sich diese Dinge bewusst zu machen, steigert das Selbstbewusstsein ungemein. Und so bin ich an dem Punkt, mir vom Leben zu holen, was mir zusteht. Daraus sind meine drei Hauptziele entstanden.

Wie lauten meine Vorsätze?

Was den Künstler Herrn Steinwede betrifft, ist der wichtigste Vorsatz, diese Website zum Kochen zu bringen. Denn natürlich will ich nicht ein Album veröffentlichen, nur, weil ich ein Album haben will – sondern weil ich will, dass DU das Album in dein Leben holst! Es soll dein Leben bereichern, denn dann bereichert es automatisch meines. Logisch. Ich möchte Songs für den Soundtrack deines Lebens schreiben, und ich möchte dir diese Songs präsentieren.

Ich habe mich lange und oft gefragt, wie ich das am besten anstelle. Mein Selbstbewusstsein ist zwar inzwischen genügend angewachsen, dass ich ohne Weiteres ganz frech behaupten kann, es gibt da draußen genügend Menschen, denen das, was Herr Steinwede macht, gefällt. Die Frage ist nur: wie finde ich die und wie finden die mich? (Win-Win ist das Stichwort.)

Und so kam ich auf den Gedanken, dass es wohl am besten wäre, wenn du mich möglichst gut kennen lernst. Dann kannst du schnell für dich herausfinden, ob es mit uns passt oder nicht. Mein Vorsatz ist also, in kurzer Zeit einen Batzen Blogs zu schreiben, um mich dir zu öffnen, dir meine Werte und Ideen zu vermitteln, dir zu zeigen, wie ich ticke und warum ich dieses oder jenes tue oder lasse. Vielleicht findest du dich zumindest teilweise in mir wieder und kannst dich identifizieren. Vielleicht hast du allen Grund, dich über mich lustig zu machen. Möglicherweise kannst du selbst mit mir gar nichts anfangen, kennst aber Menschen, die das vielleicht können.

Mein Vorsatz ist, in kurzer Zeit eine Menge Blogs zu schreiben, um dir zu zeigen, wie ich ticke.

Herr Steinwede

Authentizität rulez!

Ich kann das nicht beeinflussen. Oder, besser gesagt, alles was ich dazu tun kann, ist, mich nicht zu verbiegen. Authentizität ist meiner Meinung nach ein sehr hoher Wert. Es bringt niemandem etwas, sich zu verbiegen und das dürfte für alle Bereiche des Lebens dieselbe Bedeutungsschwere haben. Oh Mann, was habe ich mich schon verbogen, um diese Beziehung aufrecht zu erhalten, um jenen Auftrag zu bekommen, um dem Spaguffel da zu gefallen…

Ich betrachte die Authentizität als eine Schnittstelle, über die sich jeder Einzelne mit jedem Anderen abgleichen kann. Man kann es nicht allen recht machen, und das ist ja auch völlig in Ordnung. Aber es ist doch ein schönes Ziel, diejenigen zu finden, mit denen man es sich gemeinsam recht machen kann, oder?

Kann ich meine Vorsätze in mehreren Bereichen umsetzen?

Ich glaube, dass der Faktor Authentizität wichtig ist, um einen oder mehrere Vorsätze universell umsetzen zu können. Mehr zu schreiben, vor allem, mehr über mich zu schreiben, ist ein Vorsatz, der auch für mein(e) Unternehmen gilt. Der Unternehmer in mir ist über die Jahre gereift und noch längst nicht fertig. Anfangs habe ich unternehmerisch gehandelt, um mich von meiner Angst vor dem Scheitern in der Musik abzulenken und den Unternehmer mehr oder weniger als Ausrede vorschieben zu können.

Das habe ich damals natürlich nicht so gesehen. Dazu war ich viel zu unerfahren und naiv. Und, oh Wunder: keine meiner vergangenen Unternehmen waren ein Erfolg in unternehmerischem Sinne…

Allerdings sind sie wertvolle Puzzleteile im Gesamtbild, die sich stückweise passend einfügten. Mein Unternehmen ist vor einiger Zeit aus der Not heraus entstanden. Es ging darum, Liveaufnahmen zu vermarkten. Ich war damals Drummer bei The MAGIC of SANTANA und wir waren auf Tour in Spanien. Es wurde alles mitgeschnitten und als klar war, dass das Material viel zu gut war, um zu verstauben, habe ich mich an die Arbeit gemacht, das Live Album zu produzieren. So kam schon bald der Punkt, an dem es nur logisch war, ein Label zu gründen: 420® music war geboren und hat bis heute immerhin schon vier verdammt gute Produkte im Katalog.

Der Gedanke wurde weiter gesponnen und so entstand aus der Notwendigkeit heraus, dem Live Album eine Plattform für den Online-Verkauf zu geben, der 420 Store. Dort sind inzwischen auch weitere Produkte hinzugekommen, in denen ich meine Finger stecken habe. Du kannst den 420 Store als Concept Store verstehen. Das Konzept ist auch ganz einfach: alles, was dort verkauft wird, muss durch meinen persönlichen Filter. Es muss mir gefallen. Und es muss meinen Werten genügen.

Das ist ja wohl Grund genug, meinen Vorsatz, als Künstler Herr Steinwede viele Blogs zu schreiben, um mich zu öffnen, auf 420® music und 420 Store zu übertragen. Wenn du dich als Kunde mit den Werten des Unternehmers identifizieren kannst, dann wirst du ein glücklicher Kunde sein – und ich bin glücklich, dich als Kunden zu haben. (Win-Win – da war’s wieder!)

Sollte ich lieber wenige große oder mehr kleine Vorsätze haben?

Bodo Schäfer hat einmal etwas interessantes zum Thema Wichtigkeit von Zielen gesagt. Da geht es darum, seine Ziele in A-Ziele, B-Ziele und C-Ziele zu unterteilen. A-Ziele sind die großen Ziele, diejenigen, die erreicht werden müssen, weil du sonst nicht glücklich wirst. B-Ziele sind auch wichtig, aber ihre Priorität ist nicht ganz so groß. Du wirst es überleben, wenn die Ziele nicht oder nur teilweise umgesetzt werden. Und C-Ziele sind noch weniger bedeutend. Finde ich gut. Es nimmt nämlich den Druck, alle Ziele erreichen zu wollen, raus. Denn das wird höchstwahrscheinlich nicht funktionieren und sorgt nur für Frust – selbst, wenn man einen Großteil der gesteckten Ziele tatsächlich erreicht hat.

Ich habe also neben meinen drei A-Zielen auch noch einige B- und C-Ziele. Ich habe mir aber die A-Ziele selbst so wichtig gemacht, dass B und C zumindest die allernächste Zeit nur wenig Aufmerksamkeit bekommen. Wir werden es überleben und wenn es soweit ist, werde ich natürlich auch über diese Ziele hier schreiben.

Da sich die guten Vorsätze an die jeweiligen Ziele lehnen, gibt es also auch sehr gewichtige Vorsätze und weniger bedeutende. Ich drehe also nicht gleich durch, wenn ich einen kleineren Vorsatz, etwa weniger Süßigkeiten zu essen, mal nicht einhalte. Ich vesuche natürlich im Blick zu behalten, dass ein manchmal unterbrochener Vorsatz nicht automatisch ein Freibrief für das Ignorieren dieses Vorsatzes ist. Anstatt mich doof zu fühlen, weil ich doch mal Süßigkeiten esse, fühle ich mich lieber bewusst gut, indem ich mir klar mache, dass ich gestern tatsächlich überhaupt nicht genascht habe. Ganz einfach eigentlich.

Bis wann gelten die Vorsätze?

Geht es dir auch so, dass du dir eigentlich jedes Jahr zu Silvester dieselben Vorsätze vorplapperst – oft mit dem Zusatz „Diesmal ziehe ich das aber wirklich durch!“?

Kenne ich!!!

Ich hoffe und gehe davon aus, dass ich diesem Mechanismus in Zukunft nicht mehr anheim fallen werde. Denn ich habe ja jetzt begriffen, wie die Zusammenhänge zwischen Vorsätzen und Zielen und deren Prioritäten sind. Wenn die entsprechenden Ziele erreicht sind, ist es sicherlich sinnvoll, die Bedeutung des entsprechenden Vorsatzes zu überprüfen und ggf. den Vorsatz dankend für die tolle Zusammenarbeit ziehen zu lassen.

Andererseits glaube ich, dass Vorsätze eine gewisse Nähe zu den Werten haben. Insofern mögen sie die Priorität A irgendwann verlieren, aber deshalb sind sie ja nicht gleich wertlos. Wozu soll ich mir zum nächsten Silvester vornehmen bzw. vorsetzen, nach einem erfolgreichen Jahr mit relativ wenig Süßigkeiten 2021 aber mal so richtig reinzuhauen?

Einen Vorsatz zu erfüllen, um ein Ziel zu erreichen, erfordert ein gewisses Maß an Disziplin. Je wichtiger der Vorsatz und je größer das Ziel, desto wichtiger ist die Disziplin dahinter. Und egal, wie (un-)diszipliniert jemand sein mag: irgendwann wird aus der Disziplin Gewohnheit.

… und wie steht es nun mit deinen Vorsätzen?

Hattest du Vorsätze gefasst? Und wenn ja: wie ehrlich waren sie? Wenn ich dich anticken konnte, deine Vorsätze (und viel wichtiger: deine Ziele!) zum Jahresanfang nochmal auf den Prüfstand zu stellen, dann freue ich mich. Ganz ehrlich: seit ich in der Lage bin, die Dinge klar zu sehen und zu formulieren, macht es mir auch viel mehr Spaß!

Ich wünsche dir ein frohes neues Jahr. Wachse, inspiriere und lasse dich inspirieren. Lebe und erlebe. Mach dich auf den Weg, deine Ziele zu erreichen – und hab Spaß dabei!

Beste Grüße,

Herr Steinwede