Wie ich mein Ding gefunden habe

Während ich das hier schreibe, ist da draußen gerade die Udo Lindenberg Story in den Kinos angelaufen. „Lindenberg – mach dein Ding“. Das ist doch eine gute Gelegenheit, sich einmal mit diesem geflügelten Wort auseinander zu setzen. Denn ganz offensichtlich ist der größte Teil der Bevölkerung – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit – ganz weit davon entfernt, sein Ding zu machen.

Das kann ich gut nachvollziehen, denn es ist keine Seltenheit, dass der Weg zu seinem Ding gespickt ist mit Hindernissen und Ablenkungen. Bei mir jedenfalls war es so.

Ich selbst hatte mein Ding eigentlich schon ganz früh gefunden. Aber eine Reihe eben solcher Hindernisse, die erst von außen kamen und sich dann in meinem Kopf festgefressen haben, haben mich mein Ding für lange Zeit aus den Augen verlieren lassen. Und, ganz ehrlich: ich habe erst jetzt, kurz vor meinem 50. Geburtstag, den inneren Frieden, genau zu wissen, was ich sein, tun und haben will, warum ich hier bin, wie ich es tun will – kurz: was mein Ding ist!

Auf meiner Website darüber zu erzählen, gehört dazu. Ich will hier keinesfalls als Lehrer auftreten, und schon gar nicht als Oberlehrer.

Ich kann aber ganz entspannt behaupten, dass es enorme Vorteile hat, auf ein 50-jähriges Leben zurück zu greifen, mit all seinen Höhen und Tiefen. Und dass manche meiner Erkenntnisse keinen anderen Weg kannten, außer, sich durch fünf Jahrzehnte Lebens zu bilden.

Außerdem möchte ich ja, dass du mich besser kennenlernst. Ich bin Künstler und Unternehmer u.a. in Sachen Mode. Das sind beides recht ungreifbare Gebiete, die ich dir nicht über die üblichen Verkaufsargumente anbieten kann.

Drums und 040 gehören zu meinem Ding.
Foto: Jael Jones

Es ist nur logisch, dass du und ich umso besser zusammen passen, je besser du dich mit mir identifizieren kannst. Das wiederum wird umso einfacher, je besser du mich kennst, oder realistischer ausgedrückt: je mehr du über mich weißt.

Lass mich dir also erzählen, wie ich zu meinem Ding gefunden habe. Vielleicht bist du noch auf der Suche und findest dich hier wenigstens teilweise wieder. Wenn dir meine Geschichte hilft – umso besser!

Woran erkenne ich mein Ding?

Ein Freund von mir, selbst Musiker, hat es einmal beim Plaudern auf den Punkt gebracht. Er erzählte von der Projektwoche in der Schule, in der er als Gitarrist in einer Band AG spielte. Die Band musste am Ende der Woche natürlich ihr erprobtes Repertoire in der Aula präsentieren. Das war wohl sein erster Auftritt mit allem, was dazu gehört.

Mein Freund erzählte mir, dass in diesem Moment etwas mit ihm geschehen sei. „Ich weiß zwar nicht genau, was hier gerade passiert – aber davon will ich mehr!“ Boom!

Hast du auch schon so etwas erlebt? Wenn es dir so geht, hast du zumindest einen wichtigen Teil deines Dings gefunden. Das braucht nämlich keine Analysen und Erklärungen.

Oder anders herum: du kannst diesen Teil, der dich berührt, motiviert, begeistert und dich erfüllt, ganz einfach damit erklären, dass das dein Ding ist. Es macht dir einfach Spaß und du willst darauf niemals verzichten.

Auf der Bühne stehen – darauf möchte ich niemals verzichten.
Capture: Jens Eichert

Bei mir hat sich das Ding auf eine andere Weise gezeigt. Schon im zarten Kindesalter zeichnete sich klar ab, dass ich ein besonderes Gefühl für Musik hatte.

Insbesondere das Schlagzeug hatte es mir angetan, und wenn ich heute zurück blicke, war das Schlagzeug von Anfang an mit mir verwachsen.

(Man muss mit den Erinnerungen natürlich etwas vorsichtig sein; bekanntlich schleift sich das Gehirn die Erinnerungen schön – und diese Erinnerung an meine Kindheit ist immerhin über 40 Jahre alt.)


Ich lauschte schon mit vier Jahren dem Transistorradio in der Küche und hatte, ohne es bewusst auffassen zu können, bereits Zuwendungen zu bzw. Abneigungen gegen bestimmte Sachen im Radio. Ich weiß genau, dass ich die quäkige Stimme von John Fogerty schon damals nicht mochte.

Natürlich wusste ich mit vier Jahren nicht, wer oder was Creedence Clearwater Revival war. Ich mag es übrigens bis heute nicht. Aber die Musik aus dem Radio war mir bereits so wichtig, dass ich lieber CCR hörte, als gar nichts.

Nun ist das nichts ungewöhnliches – jedenfalls nicht, wenn man selbst mitten drin steckt. Die Musik musste halt immer da sein, und sie war immer da. So weit, so gut.

Ich weiß nicht mehr, wie sich das Schlagzeug in meiner Welt als das Ding herauskristallisierte. Offenbar habe ich bei allen Songs, die ich kannte, immer mitgesungen. Das Schlagzeug nämlich. Die Fills und Breaks. Die Synkopen und Akzente. Die Grooves.

Es war so selbstverständlich für mich, dass es nicht einmal gereicht hätte für eine Aussage wie „das liebe ich“. Dazu war ich schlicht noch zu klein.

Das zweitgrößte Hindernis auf dem Weg zu meinem Ding

Wenn dich deine Eltern nicht unterstützen,
dann ist der Zug schnell abgefahren.
Quelle: Pixabay.com

Bereits an dieser Stelle, nach einer so kurzen Strecke auf den Gleisen meines Lebens, traf ich auf eine Weiche. Diese Weiche hieß „Unterstützung durch die Eltern“ und war in diese Richtung gestellt:

Toll, dass du so gut mit Musik umgehen kannst! Dann hast du ja schon ein Hobby – jetzt musst du nur noch einen anständigen Beruf lernen!

(Eine Mutter zu ihrem Sohn)

Ein erkanntes Talent steht vor einem riesigen Hindernis, wenn es nicht ernst genommen wird. Wenn du selbst bereits erwachsen bist, kannst du entscheiden, ob du lieber mit Menschen zu tun hast, die dich unterstützen, oder dich von Neidern und Ignoranten bremsen lassen willst.

Als Kind hatte ich keine Chance. Die Eltern waren die erste Instanz und die höchste dazu.

Ich möchte natürlich davon ausgehen, dass meine Eltern alles unternommen haben, um mich, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, zu unterstützen. Dieser Schuss ist aber kräftig nach hinten losgegangen.

Schon seltsam, wenn ich bedenke, dass mein Vater offenbar selbst aktiver Musiker war, wenn auch kein professioneller. Auch mein Stiefvater war als Tanzmucker unterwegs.

Er hat sich, so, wie ich das erinnere, an irgendeinem Punkt dafür entschieden, anstelle der Musik lieber eine Karriere als Programmierer einzuschlagen, was der Familie zumindest finanziell erst einmal gut tat.

(Dass mit „Familie“ allein mein Stiefvater gemeint war, stellte sich erst später heraus, als ich mit 12 Jahren zum zweiten mal Scheidungskind wurde. Aber das ist eine andere Geschichte.)

Ich hatte damit die Situation, nur noch mit der Mutter in Beziehung zu stehen, die nicht nur kein nennenswertes Verhältnis zur Musik hatte, sondern auch vom Leben im wahrsten Wortsinn geprügelt wurde.

Finde Menschen, die dich verstehen und unterstützen!

Jürgen Lugge war einer der wertvollsten Menschen für mich, die mein Talent früh erkannten und es ernst nahmen. Er brachte mich auf die Bühne und ihm verdanke ich unglaublich viel.

Das ist ein Aspekt, unter dem ich immerhin annähernd verstehen kann, warum sie sich einfach nicht auf den Gedanken einlassen konnte, dass ich mal als Künstler leben könnte. Das war für sie nicht greifbar und die größte Hauptsache war schließlich, dass ich ordentlich Geld verdienen möge!

Ich habe also gelernt, dass Musik kein Beruf ist. Und dass ich später einen Beruf lernen müsse, der viel Geld einbringt.

Das wäre für sich allein genommen vielleicht noch irgendwie tragbar gewesen. Ich hatte jedoch zu diesem Zeitpunkt, mit vier oder fünf Jahren, bereits ein ausgeprägtes Verhältnis zur Musik, das sich in Kürze noch radikal vertiefen sollte.

Und, viel schlimmer, es ging nicht um irgendeinen Beruf, den ich später hätte lernen können. In den Augen meiner Mutter gab es nämlich nur drei Berufe: Pilot, Arzt (am besten, Zahnarzt, denn die machten damals die meiste Kohle) oder Anwalt (noch besser: Richter, denn …).

747-8 First Flight Everett WA

Pilot hätte mir sogar noch irgendwie gefallen, weil ich fliegen toll fand und Flugzeuge mag. (An der Schönheit der Grande Dame unter den Flugzeugen, der Boeing 747, kann ich mich immer noch erfreuen.) Aber die Idee, Pilot zu sein, hat in mir nie dieses Gefühl ausgelöst, das mich nach mehr verlangen lassen hätte. Die Idee, Schlagzeug zu spielen, schon.

Fassen wir zusammen. Ich finde etwas, das ich liebe (wir können das Kind jetzt ruhig beim Namen nennen). Ich bekomme mit auf den Weg, dass das, was ich liebe, nicht dazu da ist, dass ich leben kann.

Weiterhin lerne ich, dass das Wichtigste auf der Welt viel Geld ist. Und dass ich dazu einen Beruf ausüben muss, mit dem ich nichts anfangen kann. Ich muss viel arbeiten, aber immerhin brauche ich mir keine Gedanken mehr um mein Hobby zu machen.

Und in der Tat: Geld war immer das wichtigste Thema für mich. Weil es immer zu knapp war. Ich habe Hunger gehabt, gefroren, ohne Strom in meiner Wohnung gehockt und diese verloren, weil ich die Miete nicht zahlen konnte.

Ich war insolvent und nicht krankenversichert. Ich bin bei praktisch allen Versuchen, unternehmerisch oder als Künstler richtig Fuß zu fassen, abgezogen worden.

Ich habe also die Wunschvorgabe unterbewusst erfüllt: ich konnte als Musiker nicht leben.

Das größte Hindernis auf dem Weg zu meinem Ding

Die Übermittlung dieser Werte kann ich ohne Bedenken zum größten Hindernis meines Lebens erklären.

Denn die eigentliche Botschaft dahinter hat sich in mein Unterbewusstsein eingebrannt und ich habe bis heute gebraucht, um die Zuversicht zu entwickeln, dass ich mich umprogrammieren kann.

Es gab noch eine Reihe weiterer ungünstiger Umstände in meiner Kindheit, die gegen die Entwicklung meines Selbstbewusstseins wirkten und die mein Selbstwertgefühl im Keim erstickten. Die Botschaft, die sich in kurzer Zeit als meine innere Wahrheit in mir festgefressen hatte, lautet:

Es steht mir nicht zu, mein Ding zu machen.

Und das bedeutet, dass es mir nicht nur nicht zusteht, das zu tun, was ich liebe – vor allem steht es mir nicht zu, damit Erfolg zu haben, genügend, wenn nicht sogar viel Geld zu verdienen und dabei womöglich noch Spaß zu haben.

Noch einmal: ich möchte meinen Eltern bzw. meiner Mutter keine Bösartigkeit unterstellen. Sie hat es so gut gemacht, wie sie eben konnte. Sie es allerdings bis heute nicht verstanden. Da habe ich einfach Pech gehabt.

Die Wichtigkeit des Mindsets

Wenn du mit der inneren Überzeugung durchs Leben gehst, dein Ding zu machen stünde dir nicht zu, dann passieren ganz schlimme Dinge, glaube mir.

Wir brauchen hier nicht mal einen auf Esoterik zu machen. Jeder Mensch mit genügend Lebenserfahrung hat es erkannt und kann beruhigt ignorieren, dass die Wissenschaft es (noch) nicht empirisch zu beweisen vermag:

Gedanken werden Dinge.

Erlaube mir, dieses Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung anhand nicht realer Menschen, sondern berühmter Comicfiguren aufzuzeigen. Das tue ich, weil ich auf diese Art sicher sein kann, dass du diese Figuren kennst. Und hinter dem Charakter jeder Comicfigur steht immer noch ein realer Mensch, der diesen Charakter erschaffen hat.

Die Rede ist vom Gespann Donald Duck, Dagobert Duck und Gustav Gans.

Alle drei haben sie eine feste innere Überzeugung, die sich in ihrem Unterbewusstsein eingebrannt hat. Das Unterbewusstsein kennt bekanntlich keine Werte. Es tut lediglich, was ihm „aufgetragen“ wird, und das tut es mit aller Macht.

Donald Duck, der tragische Held, der immer vom Pech verfolgt ist, hat hohe Schulden, verliert dort, wo jeder andere gewinnen würde und lässt sich regelmäßig von seinem Onkel Dagobert für alle möglichen Schuftereien unter geradezu sklavischen Bedingungen erpressen.

Donald Duck jammert aber auch regelmäßig darüber, was er für ein Pechvogel sei und dass alle anderen immer gewännen, ihn erpressten und er niemals aus seinen Schulden heraus käme. In den seltenen Fällen, wo er einmal Glück hat, ist er auf dieses Glück gar nicht vorbereitet – und hat am Ende doch wieder alles verloren.

Donald Duck ist aber auch nicht bereit, größer zu denken. Alles, was er will, ist letztlich seine Ruhe in der Hängematte. So klein ist seine Welt – und nicht einmal die kriegt er gebacken.

Kannst du dich mit Donald Duck identifizieren?

Ich konnte das den größten Teil meines bisherigen Lebens und kann es teilweise heute noch. Aber ich arbeite daran, das zu ändern.

Obwohl ich verstanden habe, dass ich nur das Programm in meinem Unterbewusstsein ändern muss, fällt mir das nicht leicht. Als ob der Schalter eine vom Unterbewusstsein selbst eingebaute Sperre hat, die ich erst aufbrechen muss.

Ich gebe zum Beispiel ganz offen zu, dass ich eine riesige Angst habe, dass keine Sau diesen Text hier auch nur liest, geschweige denn, gut findet oder als Unterstützung für die Beseitigung seiner Hindernisse im Leben nutzen könnte.

Andererseits ist mir völlig klar, dass ich nicht alleine bin mit meinem Dilemma. So besonders bin ich nun auch wieder nicht 😉

Ich weiß aber auch, dass man die Dinge gerade dann tun muss, wenn man Angst davor hat. Dann kommt man wirklich weiter. Donald würde jetzt nichts unternehmen. Ich dagegen schreibe diesen Text. Immerhin.

Großes Vermögen durch großes Denk-Vermögen: Dagobert Duck

Dagobert Duck ist da ganz anders. Diese Figur habe ich in meiner Kindheit verabscheut. Ein tyrannischer geiziger Griesgram war er für mich.

Inzwischen verstehe ich Dagobert viel besser; er ist einer meiner Helden geworden. In seinem Unterbewusstsein ist eine gänzlich andere Botschaft verankert: Dagobert Duck ist der reichste Mann der Welt. Er erreicht jedes Ziel. Er denkt in riesigen Dimensionen. Er handelt und gewinnt. Und vor allem: je mehr Geld er hat, desto glücklicher ist er!

Wenn dein Unterbewusstsein so einen Auftrag hat – was könntest du denn dann anderes sein als Dagobert Duck? Das geht gar nicht! Du wirst bis hin zum Geiz sparen. Du wirst handeln, um zu gewinnen. Und du wirst groß denken.

Beispiel gefällig? Dagobert kommt kostenlos an einen Jeton für Klaas Klevers Spielbank. Obwohl er Glücksspiel verabscheut, beschließt Dagobert, den Gratis-Jeton einzusetzen, wo er ihn doch nun schon hat.

Dagobert denkt dabei aber nicht etwa: „Vielleicht gewinne ich ja etwas.“; nein, er denkt: „Vielleicht habe ich ja Glück und sprenge die Bank.“ Die Bank sprengen – darunter macht es ein Dagobert Duck gar nicht!

Er nimmt es mit jedem auf. Die Idee des Scheiterns kommt ihm dabei gar nicht in den Sinn. Und er ist glücklich! Wer freut sich schon dermaßen über sein Geld, dass er es in einem Geldspeicher (allein dieses köstliche Wort schon!) immer um sich hat und sogar darin badet, wie andere im Meer? Der Reichtum selbst, der Besitz von Talern, ist Dagoberts Ding.

Kannst du dich mit Dagobert Duck identifizieren?

Ich kann es nicht. Noch nicht. Aber ich arbeite auch daran. Ich will kein Dagobert Duck werden. Ich habe für mich erkannt, dass ich nicht der am größten denkende sein will.

Auf die Realität übertragen, kommen wir dann nämlich in die Liga von Steve Jobs, Elon Musk und solchen Gestalten. Die wollen nichts weniger, als die Welt verändern. Sie denken in vielerlei Hinsicht wie Dagobert Duck (von mir aus auch umgekehrt).

Ich bewundere Jobs und Musk und ich sehe es so, dass wir noch mehr solcher Weltveränderer brauchen – aber die Welt, in der ich wirke und wirken will, ist bei weitem nicht so groß. Und das ist auch völlig in Ordnung so.

Ich möchte mir dennoch einige Scheiben von der Dagobert-Denke und von Dagoberts Werten abschneiden. Das ist ein laufender Prozess, denn ich habe gemerkt, dass ich mein Denkgefäß nur in kleinen Schritten vergrößern kann.

Anders gesagt: ich bin noch dabei, mir selbst zuzugestehen, dass ich überhaupt Träume habe und daraus Ziele formulieren kann und darf.

Seinen Traum zu leben, heißt ja nichts anderes, als sein Ding zu machen. Und das stand mir laut meinem Unterbewusstsein nicht zu.

Inzwischen weiß ich, dass es mir zusteht. Der Umprogrammierungsprozess zeigt bereits Erfolge, so dass klar ist, dass ich auf jeden Fall weiter mache. Auch deshalb schreibe ich meinen Blog.

Ich habe mir ein Aufgabenfeld außerhalb meiner Kunst geschaffen, um meine Denke auf Größe zu trainieren.

Ich bin Unternehmer, in erst inakzeptabel kleinem, inzwischen stetig wachsendem Ausmaß. Das ist total spannend!

Der 420 Store ist das Tor, durch das meine Ideen in die Welt gelangen.

Ich fasse in meinem Concept Store 420-store.de Produkte zusammen, die mich überzeugen und in denen ich auch meine Finger stecken habe. Ich will dir hier auch gerne mein größtes Hindernis verraten.

Das steckt nämlich nicht in den Produkten; die sind allesamt hervorragend, sonst kämen sie gar nicht an mir vorbei in den Store.

Nein, es ist in meinem Kopf! Ich habe anfangs unterbewusst vorausgesetzt, dass sich niemand dafür interessiert. Das ins Gegenteil zu verkehren ist es, woran ich in richtung Dagobert Duck arbeite.

Das ist auch gar nicht so schwierig: ich bin in der Lage, mich über jede paar Euro Umsatz diebisch zu freuen. Das ändert schon von alleine die Erwartungshaltung. Und was soll ich sagen? Es wird stetig mehr!

Gustav Gans schließlich ist ein eitler Geck, dem seine Selbstverliebtheit im Leben völlig ausreicht. Er ist der geborene Glückspilz. Die Botschaft, dass ihm die Dinge einfach so zufliegen, ist so fest in seinem Unterbewusstsein verankert, dass er nicht einmal auf die Idee käme, es könnte auch mal schiefgehen.

Er sagt: „Glück, lenke meine Schritte!“ und geht dann einfach los. Und Zack! Geld gefunden, Hauptgewinn in der Lotterie gezogen, Wette gewonnen – you name it.

Es ist so stark, dass niemend in irgendeiner Beziehung gegen Gustav Gans antreten will. Egal, wie unfähig er selbst ist – Gustav Gans gewinnt, weil er einfach Glück hat. Natürlich sind alle um ihn herum grün vor Neid. Aber das stört ihn nicht. Er hat ja sich.

Kannst du dich mit Gustav Gans identifizieren?

Symbol des Glücks: die Kirschen
Quelle: Pixabay

Interessanterweise habe ich bei dem Spielchen „Wie würdest du XYZ mit einem Wort beschreiben“ schon öfter das Wort „Glückspilz“ aufgedrückt bekommen. Das hat mich nachdenklich gemacht.

Ich muss sagen, ja, es stimmt, ich habe tatsächlich viel Glück gehabt. Oft kamen die richtigen Dinge zur richtigen Zeit. Warum hatte ich das selbst lange Zeit nicht gesehen?

Ich habe eine Antwort darauf gefunden, die damit zusammen hängt, sein Ding zu machen. Ich unterscheide zwischen äußerem Glück und innerem Glück.

Was ist der Unterschied zwischen äußerem und innerem Glück?

Das äußere Glück ist etwas, das dir zufliegt. Setze am Roulette-Tisch auf Schwarz, die 13 kommt, Glück gehabt. Das ist das Glück des Gustav Gans. Damit will ich mich auf keinen Fall identifizieren.

Denn es ist nicht verdient und es ist auch nicht die Art von Glück, auf die man sich vorbereiten kann. Das äußere Glück kann dir helfen, deine Ziele zu erreichen – es ist aber selbst kein Ziel!

Das ist der Grund, warum praktisch jeder Lottogewinner über, sagen wir, eine Million Euro, ein Jahr später eine Million Euro Schulden hat. Er weiß gar nicht, wozu er das Geld gebrauchen will auf dem Weg zu seinem Ziel – weil er gar kein Ziel hat. Also verjubelt er das Geld und schlägt in kürzester Zeit über die Stränge.

Also, wissense, nee.

Ich habe meinen Fokus auf das innere Glück gelegt. Sein Ding machen zu können, heißt nichts anderes, als das innere Glück gefunden zu haben.

Wenn du herausgefunden hast, was dein Ding ist – also das, was du liebst, was dir den größten Spaß bereitet, auf das du unter keinen Umständen verzichten willst und was dich wirklich erfüllt – dann hast du auch deinen Lebenstraum gefunden, kannst ein Ziel formulieren und weißt, wo dein inneres Glück auf dich wartet.

Zu erkennen, dass ich selbst durch die giftige Programmierung meines Unterbewusstseins (Es steht mir nicht zu) mein größtes Hindernis war, bedeutete einen großen Schritt auf dem Weg zum inneren Glück.

Die Erkenntnis allein hat schon einen Teil des großen Knotens in meinem Kopf gelöst. Mir ist auch bewusst geworden, dass eine kleine Denke doppelt schlimm ist: denn sie erzeugt nicht nur Angst vor dem Misserfolg, sondern auch vor dem Erfolg.

Wie ist das möglich?

Nun, wenn du zu klein denkst, dann siehst du ja gar keine Möglichkeiten, die großen Zusammenhänge zu organisieren, Probleme zu lösen, ggf. zu kämpfen usw. Du hast Angst, dass du mit dem Erfolg gar nicht umgehen kannst.

So, wie die Lottospieler auf den erhofften Gewinn nicht vorbereitet wären. Menschen, die groß denken, spielen kein Lotto. Sie wissen, dass sie ihr Glück (das innere nämlich) selbst schmieden.

Kapiert?

Jeder ist seines INNEREN Glückes Schmied.

(Präzisiertes Sprichwort)
Noch einmal: Jeder ist seines inneren Glückes Schmied!
Quelle: Pixabay

Als klein denkender Lottospieler hast du keine Angst vor dem Erfolg, weil ein Lottogewinn kein Lebensziel ist. Du hast letztlich nichts zu verlieren, außer dem Einsatz, um den Lottoschein auszufüllen (der sich übrigens im Laufe der Jahre zu einem stattlichen Sümmchen addiert…).

Und du weißt letztlich gar nicht, was du mit einem ggf. eintretenden Gewinn machen sollst. Klein denkende konzentrieren sich darauf, was sie sich kaufen würden, nicht, was sie tun oder sein wollen – mit anderen Worten: was ihr Ding ist.

Wenn es aber um dein Ding geht, dann hast du durchaus eine Menge zu verlieren. Du hast aber auch das innere Glück zu gewinnen. Je kleiner du denkst, desto eher siehst du das Risiko und deine Angst hindert dich.

Je größer du denkst, desto eher siehst du die Chancen und deine Bereitschaft, alles nötige trotz der Angst zu tun, wächst.

Inzwischen ist meine Angst vor dem Misserfolg wesentlich kleiner geworden. An der Angst vor dem Erfolg habe ich ebenfalls gearbeitet, mit dem Ergebnis, dass ich alles, was mich hinderte, mein eigenes Ding zu machen, in den letzten drei Monaten gekippt habe.

Ich mache keine Industriejobs mehr. Ich habe die wirklich tolle Band The MAGIC of SANTANA verlassen. Und ich bin nicht mehr zu buchen für irgendwelche Muckerjobs.

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The MAGIC of SANTANA, Europas No.1 SANTANA Show, bringt mit Alex Ligertwood und Tony Lindsay gleich zwei ehemalige Leadsänger Santanas auf die Bühne.

Ich habe das äußere Glück gehabt, einen hervorragenden Job zu bekommen, der meine Kosten deckt und Spaß macht. Das hält mir den Rücken frei für den Weg zum inneren Glück.

The MAGIC of SANTANA – Live at the GROH Hall

DVD und CD sowie Download-Album sind im 420 Store erhältlich. Kein Wunder – ich habe in diesem Produkt nicht nur meine Finger, sondern meine komplette Hand stecken.

Wenn es dir gefällt, dann wisse, dass du mich mit dem Erwerb dieses wirklich tollen Albums direkt unterstützt. Klicke hier!

Ich habe es also geschafft, genügend groß zu denken, um mein Ding in Angriff zu nehmen. Damit ist das größte Hindernis auf dem Weg zu meinem Ding aus dem Weg geräumt.

Halleluja!

Wie setze ich meine Talente richtig ein, um mein Ding zu machen?

Die Talente werden in den meisten Fällen nicht nur hilfreich sein, sein Ding durchzuziehen; sie dürften auch grundsätzlich ein verlässlicher Fingerzeig sein, was dieses Ding überhaupt ist.

Ich kenne viele Menschen, die auf die Frage nach ihrem Talent antworten, dass sie keines hätten. Wohlan, lasst die Puppen sprechen:

Dass du dein Talent noch nicht gefunden hast, heißt nicht, dass du keines hast.

Kermit, der Frosch

Es ist meine persönliche Überzeugung, dass jeder, absolut jeder, ein spezielles Talent hat (oder mehrere in einer einzigartigen Kombination). Meine Überzeugung geht aber noch weiter. Ich persönlich glaube, dass auch jeder irgendwo sein Ding hat. Für mich ist es nur logisch, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen den vorhandenen Talenten und dem Ding.

Was ist eigentlich das Talent?

Um den Begriff „Talent“ zu erklären, habe ich zwei Betrachtungsweisen. Die erste lautet:

Dein Talent ist im Grunde ganz einfach das, was du verstehst, ohne, dass man es dir erklärt.

Solange das etwas ist, dass nicht jeder kann, aber das jeder kennt, ist das Talent recht deutlich erkennbar. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn jemand eine Sportart scheinbar mühelos beherrscht oder singen oder malen kann.

Ist dir schonmal aufgefallen, dass der Begriff Talent eher selten mit einem Begriff wie etwa Klempner im selben Satz auftaucht? Ich habe das Gefühl, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird.

Klempner ist ein klassischer Lehrberuf. Das lernt man in drei Jahren, und fertig. Wenn du dagegen singen kannst, brauchst du nichts mehr zu lernen. Du kannst das ja schon.

Natürlich ist das überspitzt formuliert, aber du verstehst sicherlich meine Aussage. Wer nicht selbst vom Fach ist, kommt offenbar nicht auf die Idee, dass man auch beim Klempnern mit dem entsprechenden Talent wesentlich besser dasteht, als ohne.

Und dass andererseits die relativ deutliche Erkennbarkeit eines Talentes wie etwa dem Singen letztlich nichts weiter ist als ein Fingerzeig, in welchem Gebiet jemand so viel und so gründlich wie möglich lernen und üben sollte.

Das Talent etwa für das Singen verdeutlicht sich also aus der Tatsache, dass derjenige einfach weiß, was er tun muss, ohne, dass es ihm einer erklärt hat. Das Talent für das Klempnern dagegen ist vielleicht besser verständlich, wenn du die Perspektive wechselst:

Über den Kanal deines Talents sprechen die Dinge mit dir.

Es ist, als ob die Werkzeuge direkt mitteilen, dass sie jetzt genau jetzt gebraucht werden. Geräte sagen einem, an welchem Knopf die nächste Einstellung gemacht werden muss – und wie die Einstellung lautet.

Es ist faszinierend und inspirierend, Menschen beim Umgang mit Instrumenten, Maschinen und Geräten zu beobachten, die ganz offensichtlich mit diesen Menschen „reden“.

Warum ich kein guter Automechaniker geworden wäre

Ich war immer ein Fan von Mercedes-Benz, nicht zuletzt, weil die Autos von jeher gespickt sind mit kleinen Details, die verdeutlichen, dass da einer zu ende gedacht hat – was ich LIEBE!

Von der Baureihe 114/115, „/8“ genannt, habe ich eine Menge Exemplare gefahren.
Quelle: Pixabay

Ich habe früher gern an meinen alten Autos geschraubt. Und da hatte ich eines Tages einen Schlüsselmoment. Ich war in der Selbsthilfewerkstatt, um irgendwas an Auspuff, Kühler oder Bremsen zu fummeln, als ich den Typen an der Nachbarbühne beobachtete, der dort den verrosteten Kotflügel eines alten Opel mit einem Reparaturblech versah.

Das war irre. In seinen Händen war die Blechschere nicht bloß ein Werkzeug. So fließend und geschmeidig, wie der Mann das Blech zurechtgeschnitten hatte, wurde die Blechschere zum Instrument.

Zwei-, dreimal an den Kotflügel gehalten, nachgeschnitten – passt! In lockeren Handbewegungen zum Schweißgerät gegriffen, waren die Schweißpunkte im Nu vollkommen gleichmäßig aufgeteilt gesetzt.

Die Flex mit der Schruppscheibe war unter seiner Führung eher ein Spielgerät, denn eine Maschine. Damit hatte der Typ in Nullkommanix die Schweißnaht perfekt geglättet. Dann kam noch Rostschutzfarbe drauf. Der Pinsel tanzte geradezu in seiner Hand.

Ich habe mir das Ergebnis angesehen. Keine Delle, keine Naht, nichts. Dass da ein handgedengeltes Blech drunter war, hat man nicht mal gesehen.

Die Bedeutung dieses Erlebnisses wurde mir erst Jahre später klar. Ich konnte für die Fahrzeugschrauberei zwar Verständnis aufbringen (und ich habe später immerhin ein Jahr lang KFZ-Mechaniker gelernt).

Aber das Talent zum KFZ-Mechaniker hatte ich nicht. Das Blech und auch die Mechanik haben letztlich nicht mit mir gesprochen.

Ich wünschte, diese Zusammenhänge wären mir früher klar gewesen, dann hätte ich die Ausbildung gar nicht erst beginnen müssen.

Aber immerhin wusste ich über diesen Umweg nun, was schonmal nicht mein Ding ist. That’s life, wie wir Franzosen sagen.

Ich habe mehrere Talente, denen ich eine unterschiedliche Gewichtung gebe, wenn ich sie auf mein Ding beziehe.

Die Musik ist das, was ich am besten verstehe, ohne, dass man es mir erklärt. Sie erzeugt in mir Glücksgefühle und bringt mich zum Lachen und zum Heulen. Sie erdet mich und lässt mich fliegen. Sie berührt mich bis in die Grundmauern meiner Seele.

Mein Talent für die Musik ist daher ein ganz deutlicher Richtungsanzeiger für mein Ding.

Ich bin, um mal ein anderes Talent aufzuzeigen, Weltmeister im Sprinter-Tetris. Ich kann dir jeden Kofferraum und jede Ladefläche in kurzer Zeit praktisch luftdicht packen und bekomme alles unter.

Tatsächlich bin ich bisher nur ein ein einziges mal gescheitert, wo ich auch nach zwei Stunden hin- und herräumens das eine letzte Teil ums Verrecken nicht ins Auto bekommen habe. Das ging mir mächtig an die Ehre 😫

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Ich gebe zu: das ist auch für einen Weltmeister im Sprinter-Tetris eine Herausforderung.

Dass ich dieses Talent habe, konnte ich mir selbst irgendwann zusammen reimen. Dazu musste ich nur oft genug andere beobachten, die ganz offensichtlich nicht in der Lage waren, auch nur drei Gepäckstücke in einem genügend großen Kofferraum unterzubringen.

Ich stand dann immer fassungslos daneben, bis ich das Ruder selbst in die Hand genommen habe. Dann waren die anderen fassungslos. In solchen Momenten kommt gerne folgende Ansage:

Wie hast du das nur gemacht? Also, ich könnte das nicht!

Jemand, der ein bestimmtes Talent nicht hat, zu jemandem, der dieses Talent hat

Falls du noch auf der Suche nach deinen Talenten bist: sei aufmerksam gegenüber dieser Ansage! Sie ist ein deutlicher Indikator für ein Talent, das dir innewohnt. Und das dir selbst vielleicht gar nicht bewusst ist.

Das Problem ist nämlich, dass dein Talent für dich selbst nichts besonderes ist. Entweder, du verstehst es ohne Erklärungen von außen, oder die Dinge sprechen mit dir. Du schließt automatisch von dir auf die anderen – und da liegt der Hund begraben.

Ist mein Talent zum Sprinter-Tetris nun besser oder schlechter als mein Talent für die Musik?

Sagen wir es mal so: Auch, wenn ich gerne Sprinter-Tetris spiele oder mit dem Hubwagen und einem Rudel Europaletten durch die Hallen cruise, so muss ich davon nicht vor Rührung heulen und bekomme auch keine Gänsehaut. Es macht mir Spaß, aber von Glücksgefühlen zu reden, wäre übertrieben.

Ich habe Glück, dass mein größtes Talent und mein Ding so nah beieinander liegen. Andere, ich nenne sie mal in diesem Zusammenhang „kleinere“, Talente sind schön und gut und können durchaus hilfreich sein, aber sie sind möglicherweise nicht so wichtig für dein Ding.

Ich habe eh einen anderen Betrachtungswinkel, was die eigenen Talente angeht. Ich muss nämlich erst einmal klären, was ich denn noch so alles brauche, um mein Ding machen zu können.

Und da stellt sich dann schnell heraus, dass ich gewisse Talente, die sehr hilfreich wären, nicht habe. Beispielweise wirst du weder im Lexikon noch bei Wikipedia ein Bild von mir finden, wenn du unter „Disziplin“ nachschlägst. Auch die Büroordnung ist so gar nicht mein Ding.

Was mache ich, wenn mir notwendige Talente fehlen?

Ich sehe grundsätzlich zwei Möglichkeiten, mit fehlenden Talenten umzugehen. Entweder, ich delegiere die Aufgaben, für die bestimmte Talente notwendig sind oder zumindest sehr hilfreich wären, an Dritte, die diese Talente (und natürlich das entsprechende für die Aufgaben notwendige Fachwissen!) haben.

Ich weiß, dass das eine sehr kluge Methode ist. Sie spart nicht nur Nerven, sondern auch Zeit. Aufgaben zu delegieren bedeutet, einen sehr hohen Wert an Lebensqualität zu erwerben.

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Wer, wie Jerry Lewis, delegieren kann, ist klar im Vorteil.

Leider habe ich mich an dieser Stelle bisher immer im Kreis gedreht. Aufgaben zu delegieren, kostet in aller Regel Geld, manchmal recht viel davon. Und Geld war etwas, das ich nie hatte.

Mein Kreis drehte sich also in die falsche Richtung. Ohne Geld kein Delegieren von Aufgaben (überhaupt keine Möglichkeiten der Investition!) – dadurch kein Anschieben der Dinge, um mein Ding erfolgreich zu machen – dadurch kein Generieren von mehr Geld – und von vorne.

Wie löse ich das? Nun, um das zu beantworten, lass mich zunächst die andere Methode erläutern, die fehlenden Talenten und fehlendem Fachwissen entgegenwirkt. Sie lautet:

Schaff dir die Dinge selbst drauf und mach es selbst.

Der Vorteil dieser Methode ist, dass ich dabei lerne und den Überblick behalte. Außerdem habe ich die volle Kontrolle und kann dafür sorgen, dass die Dinge genau so werden, wie ich sie haben will.

Hier lauert eine fiese Stolperfalle. Denn der letztgenannte Vorteil ist nur ein Schein-Vorteil. Wenn die Dinge nämlich so werden, wie ich sie haben will, dann heißt das noch lange nicht, dass sie auch gut sind!

Auf dem Gebiet der Musik kann ich die Qualität weitgehend beurteilen, denn da habe ich sowohl Fachwissen, als auch Talent, und darüber hinaus inzwischen auch einen hübschen Berg an Erfahrung.

Black Magic® Coffe – Idee von mir, geröstet vom Profi: kalkbergkaffee.de

Aber das ist ja gerade der Punkt. Richtig viel richtig gutes richtig aktuelles Fachwissen kann man wohl nur auf einem Gebiet erlangen, vielleicht noch auf zweien, aber bestimmt nicht auf allen, die nötig sind, um dein Ding zu machen.

Und wir haben ja gerade das Problem, auf den anderen Gebieten auch nicht über das Talent zu verfügen, das alles einfacher und vor allem besser machen würde.

Mit anderen Worten: sich alle notwendigen Dinge drauf zu schaffen und sie selbst zu machen, kann immer nur suboptimal sein. Echte Höhenflüge sind damit nicht möglich.

Ich will die Methode trotzdem keinesfalls runterspielen, denn es ist ganz bestimmt sehr hilfreich, auf jedem Gebiet zumindest die Zusammenhänge zu kennen.

Ich denke, dass ich beim Delegieren von Aufgaben inzwischen recht gut beurteilen kann, ob der Beauftragte fähig ist, oder ein Stümper. Das ist wichtig, um die Kontrolle zu behalten.

Es ist also weder die eine Methode zu bevorzugen, noch die andere. Vielleicht ist es gut, dem Delegieren eine größere Gewichtung zu geben, aber ich habe mir vorgenommen, immer dafür zu sorgen, dass ich verstehe, was der Beauftragte da macht.

Die entscheidende Frage lautet: „Was kann nur ich tun, und kein anderer?“

Das ist die Quintessenz aus meinen Erfahrungen. Es ist erstaunlich, wie unfassbar viel ich wegdelegieren kann, weil es da draußen genügend Leute gibt, die in dem entsprechenden Gebiet

  • besser sind
  • schneller sind
  • mehr wissen
  • und dort ihr Ding gefunden haben.

Wenn ich alles das wegnehme, bleiben nur ganz wenig Dinge übrig, die ich – und nur ich! – machen kann und daher machen muss:

  • Ich schreibe meine Songs und die Texte.
  • Ich präsentiere meine Songs auf der Bühne.
  • Ich schreibe den Blog, den du hier liest und erzähle auf meinem YouTube Kanal.
  • Ich verantworte meine Unternehmen.

Alles andere kann ich ganz oder teilweise an ein Team geben. Das ist Teil meines Ziels, mein Ding umzusetzen. Noch mache ich tatsächlich vieles selbst. Ich werde hier berichten, wie sich das alles stückweise auflösen wird.

Muss ich meine Talente nach außen tragen?

Über dieses Thema gab es schon immer hitzige Diskussionen. Schaust du gerne Filme? Falls du Good Will Hunting noch nicht kennst: schau ihn dir an, es ist ein guter Film über dieses Thema.

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Auf Youtube findest du den Trailer natürlich auch auf Deutsch.

Wir finden selbstverständlich auch in der Realität Beispiele für den Zwiespalt zwischen Beruf und Berufung (= sein Ding machen), Hobby, Fähigkeiten und Talent.

Einer meiner Superhelden, Albert Einstein, spielte leidenschaftlich gern Geige. Er hatte dafür aber nicht das größte Talent, so dass sein Spiel nicht gerade aussergewöhnlich war.

Einstein war klug genug, die Geige nicht zu seinem Ding zu machen, sondern sein größeres Talent für sein Denkvermögen in den Dienst der Wissenschaft zu stellen.

Tja, was mache ich also nun? Talent für die Musik: Check. Liebe zur Musik: Check. Songwriting: Check. Erfahrung als Live- und Studiomusiker, Dozent, Produzent und Moderator: Check. Netzwerk: Check.

Ich persönlich glaube, dass jedes Ding nach außen getragen werden will.

Ich kann zwar absolut verstehen, dass jemand, der beispielsweise fiesestes Lampenfieber hat, bei allem Talent und bei aller Fähigkeit etwa für die Musik beschließt, lieber nur unter der Dusche zu singen.

Klar, das gibt garantiert saubere Töne.

Aber niemand außer einem selbst hat etwas davon. Und auch, wenn ich das niemandem absprechen will – das stünde mir auch gar nicht zu – muss ich mich doch fragen, wie vielen Menschen da draußen, die nicht mit unter der Dusche stehen, womöglich eine Quelle puren Glücksgefühls, Inspiration, vielleicht sogar seelischer Hilfe entgeht.

Und, noch schlimmer: wieviel Glücksgefühl dadurch dem Sänger unter der Dusche entgeht!

Es gibt auf diese Frage sicherlich keine Standard-Antwort. Du musst es für dich entscheiden. Ich jedenfalls glaube, dass es genügend Menschen gibt, die sich mit meiner Kunst und mit meinen Produkten bereichert fühlen werden.

Und die will ich in mein Leben holen. Da komme ich um das Veröffentlichen wohl kaum herum. Aber damit kann ich gut leben 😉

Das drittgrößte Hindernis: Gesellschaft und Behörden

Wenn dein Talent im Schieben von Zahlen besteht und Finanzen dein Ding sind, wirst du auf dem Weg deiner Karriere nur unwesentlich von Gesellschaft und Behörden touchiert werden. Das Thema Familie hatten wir ja schon angeschnitten…

Ich als Künstler fühle mich auch heute, nach über 30 Jahren Erfahrung, in bestimmten Situationen wie ein Aussätziger. Behörden können überhaupt nicht damit umgehen, dass jemand phasenweise viel oder praktisch kein Geld verdient und niemals zuverlässig sein Einkommen für das nächste Jahr voraussagen kann.

(Das kann übrigens KEINER, aber im Falle des selbständigen Klempners scheint das kein Thema zu sein, oder?)

Delegiere das …

Ich will mich nicht zu sehr über dieses Thema aufregen. Künstlern fehlt in der Regel das Talent, auf den behördlichen Wegen mitzulaufen. Dafür gibt es Steuerberater und solche Figuren, die natürlich vor allem die Hand aufhalten.

Wenn du als Künstler nicht richtig erfolgreich bist (also nicht nur berühmt, sondern vor allen Dingen reich!), dann hast du wenig Chancen, von Dritten vernünftig unterstützt zu werden.

Meine Erfahrung, die du nachvollziehen können wirst: wenn es nur um wenig Geld geht, bekommst du auch nur die Mindest-Diensteistung.

Vielleicht ist beispielsweise dein Steuerformular halbwegs korrekt ausgefüllt, aber auf steuerliche Beratung kannst du schon deshalb nicht setzen, weil die meisten Steuerberater ebenfalls das Leben des Künstlers gar nicht verstehen.

Mein Rat: lege dir ein dickes Fell zu und sorge um deines Friedens Willen dafür, die behördlichen Dinge pünktlich und in deren Sinne zu erledigen. Vergiss auch die Ansage, man müsse sie beschäftigen, sonst beschäftigen die dich.

Du willst nicht die Behörden beschäftigen. Du willst dein Ding machen.

Und wenn dein Ding damit zusammen hängt, selbständig zu sein, dann solltest, ja, musst du unter allen Umständen das behördliche Zeug delegieren – vor allem Finanzamt und Krankenkasse.

Es helfen da auch keine Grundsatzdiskussionen über unser System. Mach es einfach!

… damit du das machen kannst!
Foto: Carola Kotthoff

Mit der Gesellschaft ist das auch so ein Thema. Beispielsweise sind die Künstler, mehr noch als die Sportler, auch heute noch eher Randfiguren der Gesellschaft, deren Kopf dermaßen verknotet ist, dass für sie „Künstler“ und „Beruf“ zwei Begriffe sind, die nichts miteinander zu tun haben.

Aus diesem Grund kursiert immer noch der, ich nenne es jetzt mal, Witz mit folgendem Dialog:

„Ich bin Musiker.“ – „Aha – und was machst du beruflich?“

Ein Witz, der überhaupt nicht witzig ist

Ich habe nichts dagegen, dass ein Großteil der Gesellschaft, der in solchen Termini wie „anständiger Beruf“ denkt, nichts mit dem Künstlerdasein anfangen kann.

Aber ich durfte oft die arrogante Anmaßung erleben, mit der jemand oberflächlich witzige, in Wahrheit tief beleidigende Sprüche loslässt, um zu überspielen, dass er das Phänomen „Künstler“ überhaupt nicht erfassen kann.

Das hat mich anfangs tief getroffen. Vor allem, wenn ich bedenke, dass eine Welt ohne Musik in unserer Gesellschaft völlig undenkbar ist.

Keiner will darauf verzichten. (In diesem Zusammenhang egal, ob es um Klassik, Pop, Untermalung oder einfach nur Konsum geht.) Aber so richtig bezahlen wollen die meisten auch nicht.

Und vor allem ist ein Künstler nicht gleichgestellt in der Gesellschaft.

Das große Paradoxon daran ist: Je bekannter und angesagter du bist, desto mehr Kohle schmeißen sie dir bereitwillig hinterher, und wenn es 70 € für ein Bangladesh-TShirt am Merchandise-Stand sind.

Du bist dann gesellschaftlich aber immer noch nicht als Künstler geschätzt – sondern lediglich als Star.

Das durfte ich am eigenen Leib erleben. Nicht, dass ich je ein Star war.

Aber ich hatte ja ganze elf Jahre mit Torfrock in einer Band gespielt, die in Deutschland durchaus berühmt ist und mehr Fans in die Alsterdorfer Sporthalle zu Hamburg zieht, als etwa Oasis.

Klar, niemand ist meinetwegen zu Torfrock gerannt. Aber ich wurde durchaus auf der Straße erkannt und angesprochen. Nicht wegen meiner Qualität als Musiker. Sondern wegen meines Status als (welcher Buchstabe kommt eigentlich hinter „Z“?) Prominenter.

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Ja gut, gegen Atze sehe ich natürlich alt aus 😉

Und ausgerechnet die Quelle meines zweitgrößten Hindernisses auf dem Weg zu meinem Ding hat in dieser Zeit keine Gelegenheit ausgelassen, mit mir anzugeben, notfalls unter Lenkung auf das Thema mit roher Gewalt. Beschämend.

Wenn du, lieber Leser, als Künstler andere – positive – Erfahrungen gemacht hast, hast du Grund zur Freude. Ich kann hier natürlich nur meine Sicht der Dinge wiedergeben, die einfach aus dem resultieren, was ich erfahren habe.

Die Gesellschaft hat sich definitiv verändert in den letzten dreissig Jahren. Keine Angst, ich tute nicht in das Horn derer, die da bei jeder Gelegenheit schreien:

FRÜHER war alles BESSER!

Alte Menschen zu jungen Menschen

Ich kann ja nur darstellen, wie es sich in meinem Fall zugetragen hat. Ich beobachte die jungen Künstler heute, wie sie ganz anders an die Dinge herangehen.

Das ist kein Wunder, weil alleine das Vorhandensein des Internets die Welt (meine Welt natürlich, die Welt der „Alten“) derart verändert hat, dass typische Jugendphänomen meiner Generation mit denen der heutigen Jugend nicht mehr vergleichbar sind.

Was mich sehr beruhigt, ist, dass die Generation Jetzt offenbar funktionierende Wege gefunden hat, ihr Ding zu finden und zu machen, auch und gerade künstlerisch.

Vielleicht ist die junge Gesellschaft (positiv ausgedrückt:) toleranter oder (negativ ausgedrückt:) gleichgültiger geworden. Wie auch immer: zu jedem Zeitpunkt musst du darauf achten, in welcher Gesellschaft du selbst dich befindest.

Gehe dorthin, wo es dir gut tut. Das wird dir nicht nur helfen, dein Ding machen zu können. Es ist sogar eine Grundvoraussetzung.

Und eines ist klar. Was immer du machst – wenn es dein Ding ist, ist es richtig.